Weine in Deutschland

Die Bezeichnung Deutscher Wein steht für Wein, der in Deutschland erzeugt wird. Für den Anbau von Wein in Deutschland gilt - neben dem europäischen - das deutsche Weinrecht.
Etwa 80.000 Winzer bauen auf ca. 102.000  Hektar Wein an und ernten dabei pro Jahrgang durchschnittlich 9  Mio.  Hektoliter. Etwa ein Drittel dieser Ernte wird exportiert, insbesondere nach Großbritannien, in die Niederlande oder die USA.
Das größte Anbaugebiet ist mit ca. 26.280  Hektar Rheinhessen, gefolgt von der Pfalz mit 23.353  Hektar. Beide gehören zu Rheinland-Pfalz, dem Bundesland mit den meisten Weinbaugebieten in Deutschland (2/3 der deutschen Anbaufläche).
Ein Großteil der deutschen Rebflächen liegt nahe oder südlich des 50. Breitengrades. Dass Weinbau in einer entsprechenden Klimazone überhaupt machbar ist, erstaunt. Die Weinberge liegen daher meist an besonders geschützten Stellen in Flussnähe. Durch einen Steillagenanbau sind die in der Regel nach Süden gerichteten Rebflächen optimal zur Sonneneinstrahlung ausgerichtet. Die nördliche Lage deutscher Weinbaugebiete führt weiterhin zu erheblichen Anstrengungen beim Züchten von frühreifenden und winterfrostharten Rebsorten.
Landau in der Pfalz und Neustadt an der Weinstraße wetteifern jährlich um den Titel der größten Weinbau treibenden Gemeinde Deutschlands. Seit 1949 wird in Neustadt an der Weinstraße jährlich die Deutsche Weinkönigin gewählt.

Geschichte: Weine in Deutschland

Die Weinrebe ist eine der ältesten Pflanzen der Welt, schon vor mehr als 100.000.000 Jahren gab es bereits mehrere Arten von Wildreben. Und das der Wein auch in Deutschland wächst und getrunken wird, ist vor allem den Römern zu danken. Diese haben die Reben vor mehr als 2000 Jahren in den deutschsprachigen Raum eingeführt.
Diese Weine waren schon damals frischer und vielfältiger im Geschmack als ihre Vorgänger aus dem Mittelmeerraum.
Vor allem die Klöster waren im 8. Jahrhundert Zentren der deutschen Weinkultur. Wein war zu dieser Zeit das Volksgetränk Nr. 1. Erst um das Jahr 1500 nahm die Rebfläche aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen, der verbesserten Bierherstellung und der Zunahme des Weinimports ab.
Die Vorherrschaft über den Weinbau durch die Kirche wurde in den linksrheinischen Gebieten durch die Eroberungen Napoleons abgeschafft. Doch auch die neuen Besitzer legten hohen Wert auf Qualität und führten die deutschen Rebsäfte zu internationalem Erfolg. Weine von Rhein und Mosel wurden bis England, Böhmen und Russland exportiert.
Im 19. Jahrhundert brachte die Reblaus, den Weinbau nahezu zum Erliegen. Gebietstypische Sorten verschwanden fast vollständig aus großen Teilen Deutschlands und Europas. Erst mit den so genannten Pfropfreben konnte zur Jahrhundertwende ein Neuanfang gewagt werden. Das Verfahren der Pfropfrebe, bei der heimische Rebsorten auf resistenten amerikanischen Wurzeln gezüchtet wurden, ist mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben. Durch den Fortschritt in der Rebzüchtung, entstand ein ausgewähltes Sortiment von Standardsorten, die heute den deutschen Weinbau ausmachen.
Das Know-how deutscher Winzer ist inzwischen ebenso zum Exportschlager geworden wie die heimischen Rebsäfte: Bis nach Südafrika, Australien, Kalifornien oder Chile reicht der Einfluss der deutschen Weinforschung und der deutschen Kellertechnik.
Historisch gesehen zeichnen sich die deutschen Weine vor allem durch eines aus: Innovationskraft. Ohne diese Fähigkeit zu Neuentwicklungen und qualitativen Verbesserungen würde es solch herrliche Gaumenfreuden wie den Dornfelder oder den Kerner gar nicht geben. Beide wurden erst 1955 beziehungsweise 1929 gezüchtet und haben sich längst neben den großen Rebsorten wie Riesling oder Spätburgunder einen internationalen Spitzenplatz erkämpft.
Hervorragende Weine aus Deutschland können heute auch bequem per Versand aus qualifizierten Onlineshops bestellt werden.


Weitere Informationen zu Weine Spanien und Weine Frankreich.